Dell XPS 9560 Kaby Lake unter Linux

Vor ein paar Tagen kam mein brandneues Notebook von Dell, das XPS 15 9560 mit dem E-Value Code BNX95603 angekommen.  E-Value Code ist bei Dell soweit ich weiß die Kodierung der Konfiguration, nachdem schon die Benennung der Modellserie schwer zu merken ist. Genau genommen kann ich auch einfach einen Link angeben… es handelt es sich um den da.

1. Eckdaten

 Schlüssel Wert
Prozessor 4 Kerne, i7-7700HQ, 6MB Cache, 3.8GHz
RAM 16GB DDR4, 2400MHz
Festspeicher PCIe-SSD mit 512GB
Anschlüsse 2x USB3
1x HDMI
1x Kombiklinke für Kopfhörer mit Mikro
1x USB-c Thunderbolt™ 3 mit LAN, Strom, USB, VGA , HDMI Unterstüzung
SD-Karten-Leser
Grafikkarte Intel HD 630 und GTX 1050 mit 4GB Videospeicher
Bildschirm 15.6″ Zoll (39.6  cm) 1920×1080
Webcam 1280×720

2. Entscheidung — Warum dieses Notebook

Warum ich mich für die Dell XPS Reihe entschieden habe, weiß ich gar nicht mehr. Aber unter den XPS gibt es immer noch einige Entscheidungen, die ich ganz bewusst getroffen habe.

Diese möchte ich jeweils kurz erläutern.

2.1. Chipsatz und Linux

Ich arbeite parallel mit einem Dell XPS der Vorgängerreihe, einem Dell XPS 15 9550. Auch dort arbeite ich unter Linux (Ubuntu) und dort hatte/habe ich teils große Probleme mit der Hardware.

Insbesondere kann ich zwar Bluetoothgeräte verbinden, koppeln. Diese Verbindung führt aber nie zu einer erfolgreichen Benutzung des Bluetoothgeräts. Egal ob Maus, Kopfhörer oder auch Mobitelefone. Verbinung kann (manchmal) hergestellt werden, aber selbst wenn, so kann ich das Gerät effektiv nicht nutzen.

WiFi, WLAN bereitete mir auch lange Probleme und versagte oft beim Verbindungsaufbau, was mich dort jetzt nicht mehr stört, weil ich einen USB-LAN-Adapter nutze.

Auch das Ein- und Ausstecken von externen Monitoren im Betrieb erfordert Erfahrung und muss nach einem ganz bestimmten Schema geschehen oder führt zu einem erzwungenen Neustart, weil Ubuntu komplett durcheinander kommt. Damit kann ich leben und ich kann solche Glitches umgehen. In solche Probleme möchte ich aber natürlich nicht sehenden Auges nochmal reinlaufen.

Wenn ich einen Kopfhörer beim Booten eingesteckt habe, dann wird er nicht erkannt und nur manchmal kann ich das Problem lösen indem ich den Kopfhörer aus- und wieder einstecke. Aber auch wenn alles gut erkannt wird, so ist bei allen Kopfhörern das rechte Ohr lauter als das linke.

Also alles in Allem war die Hardwareunterstützung der 9550er Dells unter Linux eher nicht so toll. Das sollte sich mit der neuen Reihe zum Glück ändern und daher ist die Entscheidung für einen 9560er klar. Dell hat näm

2.2. Display

Nachdem ich mich also für die neue Reihe entschieden hatte blieb noch eine ganz große Entscheidung:
Soll es das 4K-Touchdisplay in Hochglanz oder das FullHD-NonTouchdisplay in matt werden?
Ich habe mich für das FullHD entschieden. Die kurze Version der Erklärung ist, dass ich erstens das Touch Feature nicht benutze, zweitens glänzende Displays spiegeln und drittens 4K/HiDPI gemischt mit normal DPI ist unter Unity/Gnome/XFCE/… einfach nicht nutzbar.

Das Upscaling, bei dem Schriftgrößen und alle anderen GUI Elemente in der Größe hochskaliert werden sollen, funktioniert nicht in allen Anwendungen vollständig. Die Logik, auf welchem Monitor upgescaled werden soll, funktioniert nicht. Beim Aus- und Einstecken von Monitoren geht alles wieder kaputt.

3. Einrichtung Multiboot

So, jetzt geht es aber ans Einrichten. Auf meinem Laptop war Windows 10 Pro vorinstalliert und nimmt die ganzen 512GB ein. Ich wollte Windows 10 vielleicht mal ansehen aber es sollte nicht mehr Platz einnehmen als nötig und parallel sollte Ubuntu installiert werden. Um das umzusetzen ging ich in folgenden Schritten vor:

  1. Ubuntu USB-Stick erstellen
  2. Windows Key unter Windows aus Windows auslesen. (Optional)
  3. Windows USB-Stick erstellen (Optional)
  4. Bios so konfigurieren, damit Windows (oder Linux) installierbar ist
  5. Windows installieren (Optional)
  6. Linux installieren

3.1. Ubuntu USB-Stick erstellen

Diesen Punkt hätte ich fast vergessen, weil ich irgendwo immer einen solchen Stick habe.  Das Vorgehen ist einfach und auf viele Arten möglich. Zuerst sollte man sich ein Ubuntu-Image holen: Link.

Wenn das Image da ist, gibt es viele Arten dieses auf einen Stick zu schieben. Unter Ubuntu kann man einfach im Dashboard nach „USB“ suchen und Das USB-Stick-Erzeugungs-Tool öffnen.

Startup Disk Creator Ubuntu
Startup Disk Creator Ubuntu

3.2. Windows Key auslesen

Erstmal ärgerlich, dass der nirgends gedruckt steht und unter Windows auch nicht prominent abrufbar ist — aber sei es drum. Es gibt ein Tool dafür. Die Seite des Herstellers ist nicht sehr Vertrauen erweckend das Tool selbst und der Vorgang insgesamt auch nicht aber vielleicht bin ich die Windows Welt einfach nicht mehr gewohnt. Das einzige was ich ja möchte ist dieser Code. Danach wird das ganze System eh platt gemacht. Da muss ich mich um Viren nicht grämen.

Der Hersteller des Tools heißt NirSoft und das Tool heißt ProduKey. Der letzte Link linkt auf eine Seite, bei der ganz unten eine Tabelle ist. Über dieser Tabelle findet ihr die Download links. Wer ganz faul ist und mir vertraut. Hier ist der Link zum Programm!

3.3. Windows USB-Stick erstellen

Ganz ehrlich: Ich habs vergessen. Aber es war glaube ich nicht schwer und ich habe nur Software von Microsoft benutzt. Das hier könnte ein Einstieg sein:
https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10ISO

3.4. BIOS Konfigurieren

Möchte man Windows oder Linux nun installieren beziehungsweise neu installieren müssen im BIOS zwei Dinge geändert werden.
Bei Secure Boot könnte es auch mit den Voreinstellungen funktionieren – habe ich nicht getestet.

Das Dell BIOS startet man mit F12 währen des Bootscreens!

  1. Secure Boot aus (Settings -> SecureBoot -> Secure Boot Enable -> Disable)
  2. RAID deaktivieren (Settings->System Configuration -> SATA Operation -> AHCI)

Ist RAID angeschaltet, so erkennt die Ubuntu Installation keine Festplatte und die Windows Installation auch nicht. Letztere möchte immerhin, dass man sich unter keinen Verfügbaren den richtigen aussucht, von dem man nicht weiß wo er sein könnte. Also der Weg des geringsten Widerstands ist der, RAID zu deaktivieren.

3.5. Windows Installation

Medium rein. Davon booten. Windows installieren. Bei der Installation alle Partitionen löschen und eine neue Partition mit gewünschter Größe für Windows erstellen und diese als Installationsziel wählen.

Das Dell Bootmenu startet man auch mit F12 währen des Bootscreens!

3.6. Ubuntu installieren

Medium rein. Davon booten. Ubuntu installieren. Bei der Installation wird man an einer Stelle gefragt, wohin man Ubuntu installieren möchte. An dieser Stelle wählt man „…Install alongside Windows Boot…“ oder ein Deutschen Pendant dazu.

Jetzt kann beides gebootet werden. Sehr schön.

4. Einrichtung Ubuntu

Bisher läuft alles was ich benutzt habe unter dem neuen Dell XPS wunderbar. Wichtig ist nur, dass man bei den Nvidia Treibern nicht, den neuesten 383er sondern den 375er wählt, weil das System sonst nicht mehr bootet.

5. Vorläufiges Fazit für den XPS 9560

Ich kann die neuen Dell XPS 9560 für Linux Benutzer sehr empfehlen. Dell hat bei der Hardware in der aktuellen Version Geräte verbaut, die soweit ich das sehe vollständig mit Ubuntu funktionieren.

Vielleicht gab es bei der letzten Generation einfach genügen Aufreger und Anfragen. Grund dafür ga es ja.

…To be continued

Shell: bash gegen zsh und oh-my-zsh

Seit 2006 ungefähr benutze ich Linux unter intensiver Zuhilfenahme des Terminals. In meinem Fall war das in den letzten zehn Jahren stets die Bash (steht für Bourne-again shell) und ich war zufrieden damit.

Seit ich aber jetzt bereits drei Monate lang die Z-Shell (oder zsh) benutze, kann ich mir nicht mehr vorstellen, wieder zur Bash zurückzukehren.  Shell: bash gegen zsh und oh-my-zsh weiterlesen

Revelation – Passwortmanager

Heute habe ich kurz vorm neuen Jahr mal wieder einen Systemwechsel vollzogen (Debian -> Mint) um mal wieder den eigenen Tellerrand zu erweitern. Dabei ist mir aufgefallen, dass es inzwischen schon so manche Programme gibt, die mich inzwischen jahrelang über die Grenzen der Betriebssysteme/Distributionen hinweg begleitet haben. In diesem Beitrag geht es um eine Software, der ich großes Vertrauen entgegenbringe. Mein ewiger Passwortmanager Revelation.
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Pulseaudio Lautstärkesteuerung aus der Shell (pacmd)

Manchmal möchte man – auch wenn man PulseAudio verwendet – die Lautstärke aus der Shell heraus ändern. Mit dem Programm pacmd lässt sich das recht elegant umsetzen.  Wie man pacmd verwendet und wie man die Lautstärke elegant steuern kann möchte ich hier zeigen.
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Beliebige Unicodezeichen unter Linux eingeben

Ein kleiner Beitrag zwischendurch: Gerade hat mich meine Freundin gefragt, wie sie unter Linux ein Ungleichzeichen eingeben kann. Da habe ich mich mal wieder an einen alten Bekannten erinnert – CRTL-SHIFT-U!

Unter Linux ist es leicht möglich überall, wo man möchte beliebige Unicodezeichen wie ≠ oder ≪, ∊ oder ♪ einzugeben. Dafür geht man folgendermaßen vor:

  1. Zeichen Code suchen – zum Beispiel mit DuckDuckGo.com
  2. Linke STRG bzw. CTRL Taste und die Shift-Taste und U gleichzeitig drücken
  3. Unicode eingeben gefolgt von einem Leerzeichen.
  4. Das wars fertig

Es gibt zur Zeit etwa 113.000 verschiedene Unicode-Zeichen, die man sich natürlich merken sollte! Wem das zu müßig ist, dem lege ich diese Seite ans Herz. Natürlich gehen nicht alle Zeichen mit allen Schriftarten aber Klassiker die jeder Braucht gehen bei allen ordentlichen Schriftarten.

Viel Spaß damit

Benchmarks: Odroid C1 vs. Raspberry Pi B

Da ich mit der Geschwindigkeit meines Raspberry Pi als verschlüsseltes NAS nicht ganz glücklich bin (3MB/s max) interessiert mich an meiner neuen Anschaffung – dem Odroid C1 vor allem die Rechengeschwindigkeit interessiert habe ich mir erstmal die beiden Kandidaten in Sysbench angeschaut. Auf beiden Geräten läuft ein Linux.

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Bildschirmschoner deaktivieren unter Xubuntu

Wer seinen Rechner als HTPC benutzt und Kodi früher bekannt unter dem Namen XBMC verwendet, um zum Beispiel Filme zu sehen kann seit Version 14.04 feststellen, dass sich beim Bildschirmschoner bzw. der Bildschirmsperre etwas getan hat. Leider führte bei mir die Änderung dazu, dass meine alte Lösung, den Bildschirmschoner in bestimmten Situationen zu deaktivieren — caffeine — nicht mehr funktionierte.
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