Vor zwei Tagen kam bei mir das lang ersehnte Paket von pollin.de an. Darin ein Odroid C1 von Hardkernel . Dabei handelt es sich um einen Einplatinencomputer, ähnlich dem Raspberry Pi. In diesem Artikel beschreibe ich, wie meine ersten Gehversuche mit diesem neuen Gerät verliefen.

1. Zubehör des Odroid

Für den C1 benötigt man ein wenig Zubehör:

  • Ein Stromkabel (wird nicht mitgeliefert und Du hast es auch bestimmt nicht zuhause!). Dabei handelt es sich um ein Kabel mit einem DC- oder auch Hohlstecker am Ende mit den Maßen 2.5mm außen und 0.8mm innen – sehr dünn. Am andern Ende des Kabels muss entweder eine 5V/2A Stromquelle oder eine USB-Anschluss hängen. In meinem Fall habe ich vergessen ein solches Kabel zu kaufen mir ein solches Kabel selbst aus einem alten USB-Kabel und einem DC-Stecker für 1.75€ gebaut. Wer nicht gerne lötet, kann sich auch für 3€ ein fertiges Kabel kaufen.
  • Eine Micro-SD Karte mit mindestens 8GB Speicher. Ich habe mir gleich eine schnelle 32GB Karte von Adata gegönnt und sie funktioniert bisher tadellos.
    Statt der SD-Karte kann man auch ein eMMC-Modul kaufen. Etwas teurer und anscheinend schneller.
  • Wenn man möchte, dann kann man sich bei Pollin noch ein Gehäuse für 6€ dazu bestellen. Ich habe das in dem Fall getan, da ich seit langem zusehen muss, wie mein Raspberry in der Gegend rumfährt.

Das war’s auch schon mit dem Zubehör. Ich benutze den kleinen Rechner übrigens headless, also ohne einen Monitor anzuschließen. Wer das anders tun möchte, sollte sich ein Mini-HDMI Kabel besorgen um den Monitor anzuschließen.

2. Software aufspielen

Den C1 kann man wahlweise mit Android oder Linux (Ubuntu) betreiben. Ich wähle Linux und hier fängt es an kompliziert zu werden. Zuerst installierte ich von dieser Seite die neueste C1-Version (ubuntu-14.04.1lts-lubuntu-odroid-c1-20150204.img.xz) leider führte das dazu, dass ich keinen Zugriff per ssh hatte. Ich wurde stets sofort nach dem ssh-Aufruf mit der Nachricht:

rausgeschmissen. Da ich keinen Monitor zum Lösen des Problems hatte — beziehungsweise kein passendes Kabel übrig, wählte ich die zweitneueste Version, von der es auch noch eine Minimal-Version gab: ubuntu-14.04.1lts-minimal-odroid-c1-20150131.img.xz. Hier funktionierte ssh. Allerdings gibt es unter dieser Version entgegen allen Angaben keinen User namens odroid mit dem Passwort odroid sondern nur den User root mit dem Passwort odroid, welcher sich wenigstens über ssh einloggen darf.

Das Vorbereiten der SD-Karte geht ganz einfach mit  dd .

  1. Entpacken des Images mit unxz:

     
  2. Image auf die SD-Karte schieben:

    Hierbei das X  in sdX  durch den richtigen Buchstaben ersetzen (nicht ausprobieren!). Den Buchstaben kann man mit fdisk herausfinden:

    Am besten erkennt man die Karte wohl an ihrer Größe.
  3. SD-Karte in den SD-Slot stecken und fertig!

Wenn alles geklappt hat, dann kann man nach dem Einstecken des Stromkabels am Odroid jetzt eine rote LED leuchten und eine blaue blinken (Herzschlag) sehen und sich also User root mit dem Passwort odroid am Odroid anmelden.

3. Ersteinrichtung – Fehlerbeseitigung

Nachdem man nun also das erste Mal gebootet hat ist es empfehlenswert erstmal das Odroid-Utility herunterzuladen. Auf dem Odroid geht das mit wget folgendermaßen:

Da unzip noch nicht installiert ist, muss man das noch schnell installieren:

und dann die Datei entpacken

Man kann das Odroid-Utility  nun starten mit

odroid-utility hauotmenü

Das Hauptmenü vom Odroid-Utility

3.1. Root Partition vergrößern

Da ich ja eine 32GB Karte eingebaut habe, das Root-Dateisystem durch dd aber nur eine Größe von 3-4GB hat und alle anderen Methoden die Partition zu vergrößern mit parted oder fdisk gescheitert sind, war mein erster Schritt Menüpunkt 4 auszuwählen (Resize your root partition). Man wird recht selbsterklärend durch den Vorgang geführt.

Ich habe in meinem Fall noch den X-Server deaktiviert (Menü 5) und versucht der Kernel nzw. die Firmware zu updaten. Dies wird aber in den neuen Versionen des Betriebssystems nicht mehr über Odroid-Utility sondern (ganz normal) über apt gemacht.

3.2. Kernel und Software aktualisieren

Mit

werden alle Pakete aktualisiert. Fertig.

3.3.  Spracheinstellungen (Locales) korrigieren

Zu Beginn bekommt man bei der Installation von Paketen immer Fehlermeldungen bezüglich der Locales. Das ist nicht schlimm, nervt aber trotzdem. Ich habe gerne Englische Systeme daher richte ich mir die Locales auf Englisch ein:

Nach einem Neustart sollte dann  die Ausgabe von  locale  folgende sein:

Wenn zum Beispiel die letze Zeile anders aussieht als hier, dann  muss man noch die Datei  /etc/default/locale  anlegen und mit folgendem Inhalt befüllen:

4. CPU-Temperatur auslesen

Unter Linux lässt sich die Temperatur des Odroid C1 nicht mit lm-sensors auslesen. Wenn man mit sensors-detect versucht, Sensoren zu erkennen, dann scheitert man mit einem kläglichen

Dafür gibt eine ganz einfache Alternative!

Mein Odroid C1 läuft also gerade mit 44 Grad. Wer die Zahl ohne Nullen haben möchte, dem kann ich folgenden Befehl mitgeben:

 


4 Kommentare

Alex · 17. März 2015 um 20:53

Ich hatte ähnliche Probleme…
Wie starte ich ubuntu
root@bigsmall: start x funktioniert nicht?

    julian · 18. März 2015 um 9:10

    Hi Alex, wenn du das Minimal-Image installiert hast, dann ist da keine grafische Oberfläche drauf. Ubuntu ist aber de facto schon gestartet, wenn du „root@bigsmall:“ lesen kannst. Ich empfehle dir ein Image mit einer Grafische Oberfläche. Für meinen Anwendungszweck brauchte ich keine und habe daher das minimale Image genommen. Unter kannst du dir andere Images ziehen. Die mit grafischer Oberfläche sind – glaube ich – immer mit LXDE. Sie heißen also Lubuntu.

Chris · 16. September 2015 um 13:36

Hi Julian, danke für deinen Post 🙂
Im dd-Befehl fehlt das „of=“. Du hattest die SD-Karte einfach so angegeben. Vielleicht willst du es ja updaten.
LG Chris

    julian · 16. September 2015 um 20:00

    Oh, ja! Hab’s geändert. Danke Chris

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